saint-sulpice
17. mai 2012 // foto: alan eisen
Neben der Bushaltestelle frankiert eine Frau drei Briefe und wirft sie in den Briefkasten.
Kleiner Hund Marke Pudel.
Alle Tauben haben sich auf die Regenrinne des Rathauses geflüchtet.
Ein 96er fährt vorbei. Ein 87er fährt vorbei. Ein 86er fährt vorbei.
Im Café sind einige Tische besetzt, einige nicht.
Vorbeifahrt eines ziemlich leeren 70ers. Vorbeifahrt eines fast vollen 63ers.
Warum die Busse zählen? Sie sind wiedererkennbar und regelmäßig. sie unterteilen die Zeit, sie rhythmisieren die Hintergrundgeräusche; im Zweifel sind sie vorhersehbar. Alles Übrige scheint zufällig, unwahrscheinlich, anarchisch; die Busse fahren vorbei, weil sie vorbeifahren müssen, aber nichts bestimmt, daß ein Auto rückwärts fährt oder ein Mann eine Tüte mit dem großem »M« von Monoprix trägt oder ein Auto blau oder apfelgrün ist oder ein Gast eher einen Kaffee als ein kleines Bier bestellt.
Die Frau am Tisch vorne hält ihre Handtasche umklammert und wartet darauf, daß ihr Mann von der Toilette zurückkommt.
Auf dem Trottoir vor dem Café sind drei Mopeds abgestellt.
Autos verschwinden in der Tiefgarage.
Ein 63er fährt vorbei. Ein 87er fährt vorbei.
Ein Kellner kassiert und balanciert dabei sein Tablett.
Es ist 5 nach sechs. Eine Frau rennt über den Kirchenvorplatz.
Müdigkeit der Augen, Müdigkeit der Worte. Ich habe das Bedürfnis, auf andere Gedanken zu kommen.
